Boulder- und Kletterhallen dienen schon lange nicht mehr nur als Schlechtwetteralternative und Trainingsort für das Klettern am Fels, sondern haben sich zu einem eigenen Erlebnis- und Bewegungsort entwickelt. Hier entsteht für verschiedene Menschen die Möglichkeit, insbesondere im urbanen Raum, einen Zugang zum Klettern zu erhalten. Teil dieser Indoor-Kultur ist die Arbeit des Routensetzens, um stetig neue und kreative Herausforderungen und Bewegungsvergnügen an die Wand zu bringen.

War das Klettern – wie eine Vielzahl anderer Sportarten – lange Zeit männlich dominiert, wird sich zunehmend um eine stetige und stärkere Präsenz von Akteurinnen bemüht. Weltweit erlangen Frauen mehr Aufmerksamkeit, Leistungen werden honoriert und anerkannt. Darüber hinaus können Frauen auf eine Reihe weiblicher Kletterlegenden blicken und sich an ihnen orientieren. Natürlich haben sie auch das Routensetzen für sich erschlossen und hinterlassen, ebenso wie ihre männlichen Kollegen, kreative Spuren an den Indoor Kletter- und Boulderwänden. Jedoch sind sie noch zu wenige und zu selten.

Dieses Symposium fragt, warum sich so wenige Frauen für das Arbeitsfeld Routenbau – ob professionell oder semiprofessionell – entscheiden. Liegt es bisweilen am Arbeitsumfeld (meint Sexismus / Chauvinismus / Vorurteile etc.) oder an überholten Anforderungen, wie ein hohes Kletterkönnen oder die alleinige Anleitung eines Routenbauteams? Liegt es an fehlender Zugänglichkeit und Aufgeschlossenheit? Wir fragen, wo die Routenbau-Chefinnen der Kletter- und Boulderhallen bleiben? Vor welche Hindernisse sehen sie sich gestellt und warum können diese bisweilen nicht aus dem Weg geräumt werden?
Wir möchten an drei Tagen eine Plattform zum Vernetzen und zum Austausch bieten, um miteinander sowie voneinander zu lernen. Dabei ist für jedermensch etwas dabei, von den theoretischen Vorträgen, persönlichen Erfahrungen und Gesprächsrunden über die praxisorientierten Workshops.

Mittels Vorträgen und Gesprächsrunden wollen wir uns kritisch und intensiv mit dem beschriebenen Umstand beschäftigen und laden dazu alle Interessierten ins KOSMOS ein. Neben einer Bühne für Gespräche und Vorträge soll dieses Event außerdem Einblicke in den Routenbau ermöglichen. Beginner- und Fortgeschrittenen-Workshops geben Gelegenheit, von erfahrenen Routenbauerinnen zu lernen und das neue Wissen gleich anzuwenden. Geplant sind außerdem Workshops zu physischem sowie mentalem Training, Yoga und Ausgleichstraining. Alle Workshops werden für Frauen und Mädchen* ab 12 Jahren angeboten.

Vorträge und DiskussionenWorkshops
RoutensetzwettkampfBouldernight

Natürlich möchten wir auch das Können der anwesenden Routensetzerinnen im Rahmen eines Routenbauwettkampfes erproben. Dabei ist es unser Ziel diesem faszinierenden und kreativen Handwerk eine professionelle Bühne zu bieten. Im Rahmen der Bouldernight haben alle Besucher*innen nicht nur die Möglichkeit die Boulder zu klettern, sondern sind dazu eingeladen ihr Voting für den Publikumspreis abzugeben.

Kommerzielle Boulder sollen der Kundschaft gefallen. Dahinter verbirgt sich zugleich ein Handwerk, das in seinem konkreten Umfang und seiner Komplexität betrachtet werden muss. Diesen handwerklich kritischen Blick erhalten wir von allen teilnehmenden Routensetzerinnen und Organisatorinnen als Jury. Bei der abschließenden Siegerinnenehrung werden Publikumspreis und Jurypreis präsentiert.

* Alle, die sich als Frauen, Mädchen, Inter-, Trans*- oder Nicht-Binäre Personen begreifen, sind willkommen.